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Aufschwung auf dem Prüfstand

DIHK veröffentlicht Konjunkturumfrage im Frühsommer

(30.05.2018) Die Exporterwartungen der Unternehmen trüben sich ein. Zwar sind die grundlegenden Wachstumskräfte im Inland noch intakt, dennoch senkt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) seine Wachstumsprognose in der heute vorgelegten Konjunkturumfrage Frühsommer 2018 deutlich.

Cover zur DIHK-Konjunkturumfrage Frühsommer 2018

"Aus dem Ausland kommen zunehmend Misstöne", erläuterte DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben, der die Ergebnisse der auf rund 24.000 Unternehmensantworten beruhenden Erhebung gemeinsam mit DIHK-Konjunkturexpertin Sophia Krietenbrink in Berlin vorstellte.

"Die Unsicherheit wächst", betonte er. "Die Exportkonjunktur läuft schlechter als erwartet. Der internationale Handel schleppt sich weiter dahin; handelspolitische Konflikte kommen verschärfend hinzu."

So rechneten denn auch deutlich weniger Betriebe als zuletzt mit Zuwächsen im Exportgeschäft (33 nach 38 Prozent zu Jahresbeginn). Der Saldo aus "besseren" und "schlechteren" Exporterwartungen betrage jetzt 24 Punkte (31 Punkte in der Vorumfrage).

Immerhin trage das Inlandsgeschäft derzeit die insgesamt positive Konjunkturprognose, fuhr der DIHK-Hauptgeschäftsführer fort. "Die gute Arbeitsmarktsituation und die daraus resultierende Kaufkraft, die öffentlichen Investitionen, aber vor allem die Investitionspläne der Unternehmen gerade mit Blick auf Kapazitätserweiterungen, Produkterneuerungen und Digitalisierung machen sich hier bemerkbar."

Allerdings setze sich der Hochlauf der Erwartungen nicht fort: "Die Geschäftserwartungen trüben sich leicht ein", berichtete Wansleben; das Erwartungssaldo belaufe sich auf 17 nach 18 Punkten.

Bei der Beschäftigung erwarte der DIHK für 2018 ein weiteres Plus von 550.000 Stellen (Prognose zu Jahresbeginn: 600.000), sagte er. Beschränkt würden die Geschäftsmöglichkeiten allerdings durch den Fachkräftemangel, der als Top-Risiko aus Sicht der Unternehmen sogar nochmals an Bedeutung gewonnen habe (61 nach 60 Prozent, Herbst 2010: 16 Prozent).

"Angesichts der entstandenen Unsicherheiten senkt der DIHK seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr deutlich von 2,7 auf 2,2 Prozent", bilanzierte Wansleben.

Sophia Krietenbrink ergänzte in Berlin, dass sich die hohen Erwartungen aus der Umfrage zu Jahresbeginn nicht erfüllt hätten: "Die Unternehmen bewerten ihre Lage weniger positiv als zuletzt (Lagesaldo: 45 nach 48 Punkten)." Besonders deutlich werde dies beim Export.

Die DIHK-Konjunkturexpertin verwies darauf, dass der Konsum "abermals eine wichtige Konjunkturstütze" sei, wobei der Servicebereich etwas stärker von der guten Beschäftigungs- und Einkommensentwicklung profitiere. Und: "Im Baugewerbe erreichen die Erwartungen an das künftige Geschäft sogar einen neuen Rekordwert (19 nach 15 Punkten). Die Kombination aus niedrigen Zinsen, guter Beschäftigungssituation sowie steigendem Bedarf an Wohn- und Gewerbeimmobilien treiben den Bau-Boom an."

Sie finden die kompletten Statements, die Umfrageergebnisse und weitere Unterlagen rechts oben zum Download. Eine Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse gibt es in der Rubrik "Konjunktur und Wachstum".