Laut DIHK-Umfragen stehen bis zum Ende des Jahrzehnts mehr als eine Viertelmillion Unternehmen vor dem Aus, wenn keine geeigneten Nachfolgerinnen und Nachfolger gefunden werden. Parallel dazu ist das Interesse an einer Unternehmensgründung laut DIHK-Report Unternehmensgründung auf historisch niedrigem Niveau, insbesondere weil angehende Jungunternehmerinnen und -unternehmer den Wirtschaftsstandort Deutschland und damit das Gründungsumfeld schlechter denn je bewerten.
Kurzum: Deutschland droht ein Aderlass an unternehmerischem Pionier- und Innovationsgeist. Doch genau diesen braucht unser Land, um sich aus der wirtschaftlichen Malaise zu befreien. Den Weg dazu ebnen sollte die Politik mit wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, die Unternehmertum deutlich attraktiver machen. Derzeit werden Gründungen und Unternehmensnachfolgen durch hohe wirtschaftliche Unsicherheit, eine schleppende Konjunktur, hohe Belastungen - etwa durch Energiekosten und Steuern - und vielfach auch durch überbordende Bürokratie ausgebremst.
Im Koalitionsvertrag werden einige Maßnahmen angekündigt – etwa das Vorhaben, Unternehmensgründungen innerhalb von 24 Stunden zu ermöglichen. Deshalb ist es gut, dass die Wirtschaftsministerinnen und Wirtschaftsminister sich in diesem Jahr die Themen Gründung und Nachfolge als Schwerpunkte vorgenommen haben. Zahlreiche wichtige Maßnahmen stehen auf der Agenda. Es geht um Gründung und Nachfolge, um Female Entrepreneurship, Unternehmertum in Berufsorientierung und Ausbildung, um Start-ups, Finanzierung, Förderung und Cybersicherheit. Perspektivisch dürfte insbesondere die Einbeziehung des Unternehmertums in die Berufsorientierung ein wertvoller Baustein sein, um wieder mehr junge Menschen für die Selbständigkeit zu gewinnen. Das sind erste Impulse und Schritte auf einem Weg, den die Politik mutig fortsetzen sollte.
DIHK-Präsident Peter Adrian bringt es auf den Punkt: „Wir brauchen einen klaren Kurs mit wirtschaftspolitischer Verlässlichkeit, damit der Mittelstand, Start-ups, Gründerinnen und Gründer und Nachfolger Vertrauen in unseren Standort schöpfen können.”. Hier das komplette Statement:
DIHK-Präsident Peter Adrian: Deutschland muss wieder Unternehmerland werden