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Grüne Berufe? – Nachhaltigkeit im Fokus der 250 IHK-Ausbildungsberufe

Vom Bürokaufmann zur Industriemeisterin Chemie: Umweltschutz und Nachhaltigkeit verpflichten

© Westend61 / Getty Images

Auch in der Beruflichen Bildung gewinnt das Thema Nachhaltigkeit eine immer größere Bedeutung. In verschiedenen Ausbildungsberufen und Fortbildungsabschlüssen sind bereits viele Standards in Sachen Klima- und Umweltschutz gesetzt. Und die Fokussierung auf das "Grüne" in der Aus- und Weiterbildung verstärkt sich weiter.

Betriebliche Aspekte von Umweltschutz, Energieeffizienz oder Ressourcenverbrauch verändern die deutsche Wirtschaft. Ob der Industriemechaniker, der am Bau von Windenergieanlagen beteiligt ist, oder die kaufmännischen Berufe in der Beschaffung: Für alle 324 Ausbildungsberufe ist das Thema Nachhaltigkeit ein wichtiger Schwerpunkt geworden. In nahezu allen Berufen geht es mittlerweile um die Frage, wie konkret nachhaltiger gewirtschaftet werden kann. Besondere "grüne Berufe" kann man also nicht direkt identifizieren.

In Deutschland gelten seit Sommer 2021 für alle neugeordneten dualen Ausbildungsberufe in der betrieblichen Ausbildung erweiterte Mindeststandards in den Bereichen Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Durch die sogenannte "Standardberufsbildpositionen" erwerben Auszubildende wichtige Qualifikationen für die Herausforderungen der heutigen Arbeitswelt. Bei der Vermittlung beruflicher Kompetenzen ist es besonders wichtig, dass Auszubildende dazu befähigt werden, in ihrem beruflichen Alltag umweltgerecht und nachhaltig zu handeln.

Prüfungsrelevantes Thema: Nachhaltigkeit

Die aktuellen Standardberufsbildpositionen verpflichten dazu, das Thema Nachhaltigkeit in die duale Ausbildung zu integrieren. Sie sind prüfungsrelevant und werden sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule vermittelt. Auch die bis dahin gültigen Ausbildungsordnungen haben bereits über den Umwelt- und Gesundheitsschutz oder arbeits- und sozialrechtlichen Vorschriften auf die Nachhaltigkeitsziele enthalten. 

In einigen Ausbildungsberufen – wie etwa Kaufleute für Büromanagement seit 2014 oder Kaufleute für Großhandelsmanagement seit 2020 – sind im fachlichen Teil seit einigen Jahren Nachhaltigkeitsziele explizit adressiert. Aktuell wird die Ausbildung in den vier umwelttechnischen Berufen wie etwa "Fachkraft für Kreislauf- und Abfallwirtschaft" novelliert. So sollen diese Berufe noch attraktiver werden.

Grüne Weiterbildung mit Zukunft

Auch in der Höheren Berufsbildung gibt es zielgerichtete Weiterbildungen für die anstehenden Chancen und Herausforderungen. So beherrscht beispielsweise der geprüfte Industriemeister Chemie den Produktionsablauf für technische Gase, somit auch für Wasserstoff. Weitere Beispiele sind IHK-Zusatzqualifikationsprüfungen im Bereich KFZ-Hochvolttechnik. Diese wurden bereits vor einigen Jahren entwickelt.

Um die wirtschaftliche Transformation in Richtung Nachhaltigkeit erfolgreich gestalten zu können, sind auch Qualifizierungsangebote in der beruflichen Weiterbildung notwendig. Impulse aus den IHKs zeigen insbesondere Qualifizierungsbedarf in den Themen Wasserstoff, Elektromobilität sowie CO2-Bilanzierung und -Reduzierung.

Neue IHK-Zertifikatslehrgänge im Bereich Energie und Mobilität

Die DIHK-Bildungs-gGmbH entwickelt daher derzeit gemeinsam mit Fachexperten neue bundeseinheitliche IHK-Zertifikatslehrgänge zu diesen Themen: "Fachkraft für Wasserstoffanwendungen (IHK)", "Spezialist für Elektromobilität (IHK)" und "CO2-Specialist (IHK)". Mit dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten IHK-Management-Training „Nachhaltig erfolgreich Führen“ und dem bundeseinheitlichen IHK-Zertifikatslehrgang "CSR-Manager (IHK)" gibt es bereits ein bestehendes Zertifikatsangebot, das regional von den IHKs angeboten wird.

Zudem gibt es Weiterbildungsangebote für Ausbilder wie "Fachkraft Ausbildung für nachhaltige Entwicklung (IHK)". Ausbilder und ausbildende Fachkräfte in kaufmännischen Berufen erwerben in einer sechstägigen Weiterbildung innerhalb von vier Monaten eine umfassende ganzheitliche Nachhaltigkeitskompetenz. Ziel ist die Entwicklung und Umsetzung eines Nachhaltigkeitsprojekts mit Auszubildenden. In den Seminaren wird mit praxisbezogenen Arbeitsaufgaben Bezug auf die neuen Standardberufsbildpositionen genommen. Nach erfolgreichem Abschluss wird das IHK-Zertifikat "Fachkraft Ausbildung für nachhaltige Entwicklung (IHK)" verliehen. 

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Porträtfoto Jana Heiberger, Referatsleiterin Fachkräftesicherung | Ausbildung
Jana Heiberger Referatsleiterin Berufsorientierung, Berufsschule, MINT-Förderung

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Porträtfoto Jochen Reinecke
Jochen Reinecke Referatsleiter Technische Weiterbildung