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Die Kooperation zwischen Außenwirtschaft und EZ

Entwicklungszusammenarbeit: Ein Spielzeugkran baut eine Brücke mit Bauklötzchen

Entwicklungszusammenarbeit baut Brücken

© Jirsak / iStock / Getty Images Plus

DIHK, IHKs und AHKs engagieren sich im Rahmen der vielfältigen Maßnahmen und Angebote der Bundesregierung für die deutsche Wirtschaft in der Entwicklungszusammenarbeit.

Im In- und Ausland leisten EZ-Scouts und ExperTS Beratung und Information; die sequa gGmbH führt verschiedenste Programme wie etwa Berufsbildungspartnerschaften durch.

Gemeinsam mit Partnern wie dem Deutschen Global Compact-Netzwerk verfolgt der DIHK die Themen CSR und Menschenrechte; die Exportinitiative Energie möchte mit ihrem Projektentwicklungsprogramm nachhaltige Energieversorgung in Schwellen- und Entwicklungsländern voranbringen, die Make-IT Allianz die Digitalisierung.

Der German Desk – Financial Support and Solutions berät zu Finanzierungsfragen, und Germany Trade and Invest bietet mit Unterstützung der AHKs und der GIZ Marktinformationen.

So engagiert sich die IHK-Organisation:

An mehreren Industrie- und Handelskammern bundesweit beraten die EZ-Scouts die IHK-Mitgliedsunternehmen fachkundig über die Kooperationsangebote der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Sie vermitteln den Kontakt zu internationalen sowie lokalen Netzwerken und bieten Unterstützung bei der Konzeption und Umsetzung konkreter Projektideen.

Allein 2016 wurden in den IHKs rund 1.000 Beratungen von Unternehmen und relevanten Akteuren der Wirtschaft zur Entwicklungszusammenarbeit durchgeführt.
Im DIHK leistet EZ-Scout Annette Will Unterstützung bei Themen mit entwicklungspolitischem Bezug, die die Wirtschaft aktuell beschäftigen: nachhaltige Verantwortung im internationalen Geschäft, ökologisches und sozialverträgliches Lieferkettenmanagement oder vereinfachte Handelsbeziehungen zu Schwellen- und Entwicklungsländern.

Weitere Infos:

Eine Kontaktliste und einen Info-Flyer zum EZ-Scout-Programm gibt es auf der Website des BMZ

Über das Engagement des DIHK infomiert der hier abrufbare

DIHK-Flyer EZ-Scouts (PDF, 1 MB)

Das vom BMZ geförderte ExperTS-Programm schlägt eine Brücke zwischen Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungspolitik. Es wird von der GIZ, den AHKs und von den Delegationen der Deutschen Wirtschaft gemeinsam umgesetzt.

ExperTS macht sich für nachhaltiges Wirtschaften weltweit stark: In rund 30 Ländern bieten über das Centrum für internationale Migration und Entwicklung (CIM) vermittelte Fachkräfte lokalen und deutschen Unternehmen ganz konkrete Informationen und Beratungsdienstleistungen zu außenwirtschaftlichen und entwicklungspolitischen Fragen aus einer Hand.

Im Rahmen des ExperTS-Programms wurde auch der Aufbau einer AHK auf den Philippinen und der neuen AHK-Außenstellen in Subsahara-Afrika (Mosambik, Sambia und Tansania) vorangetrieben. Damit stehen vor Ort nun wichtige Ansprechpartner für Fragen der Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung, die aber auch weitere Leistungen des AHK-Netzes anbieten.

Alle Infos zum ExperTS-Programm, unter anderem einen Flyer und eine Kontaktliste, finden Sie auf der Website des BMZ.

Deutsche Unternehmen engagieren sich in hohem Maß freiwillig über die gesetzlichen Anforderungen hinaus und nehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung auf nationaler und internationaler Ebene wahr – ein Aspekt, der zunehmend auch für Verbraucher, Anleger und Politik wichtig wird. Im Ausland sind deutsche Unternehmen als Arbeitgeber angesehen. Sie tragen dort sowohl zu höheren sozialen Standards und zum Umweltschutz als auch zu Wachstum und Wohlstand bei.

Im Deutschen Global Compact Netzwerk (DGCN) versammeln sich die deutschen Unterzeichner des "UN Global Compact", der weltweit größten und wichtigsten Initiative für verantwortungsvolle Unternehmensführung. Gemeinsam mit dem DIHK entwickelt das DGCN Beratungsleistungen für Unternehmen zum Umgang mit Menschenrechtsrisiken. Die IHKs und AHKs bieten diese Leistungen in gemeinsamen Schulungen und Veranstaltungen an.

Aber auch der wachsenden Bedeutung der Themen Compliance und Antikorruption wird Rechnung getragen: Seit einiger Zeit kooperiert das AHK-Netzwerk mit der Allianz für Integrität, einer Initiative der GIZ.

Die weltweit tätige Entwicklungsorganisation sequa gGmbH unterstützt die deutsche Wirtschaft mit zahlreichen Programmen. Die IHK-Organisation ist insbesondere in Berufsbildungs- sowie Kammer- und Verbandspartnerschaften involviert. Mehr über die Partnerschaftsprojekte erfahren Sie auf der Website der sequa.

Eine aktuelle Übersicht der IHK-Projekte und -Ansprechpartner gibt es hier zum Download:

Flyer zu den Berufsbildungspartnerschaften sowie Kammer- und Verbandspartnerschaften (PDF, 1 MB)

Beispielhaft werden im Folgenden zwei Projekte mit Beteiligung der DIHK Service GmbH vorgestellt.  

Berufsbildungspartnerschaften

Im Auftrag der sequa gGmbH und gefördert mit BMZ-Mitteln führt die DIHK Service GmbH, unterstützt vom DIHK, beispielsweise "Formados" durch, ein Berufsbildungspartnerschafts-Projekt zur Etablierung der dualen Bildung in Ecuador.

Dabei wird die Einführung von sechs Ausbildungsgängen vorangetrieben, etwa zum Verfahrensmechaniker oder zum mathematisch-technischen Software-Entwickler. Das Projekt soll dazu beitragen, die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen und einheimischen Unternehmen vor Ort sowie der Wirtschaft insgesamt zu steigern und die Beschäftigungssituation für junge Menschen zu verbessern. Es wird maßgeblich unterstützt von der IHK Aachen und der AHK Ecuador.

Konkret werden lokale Ausbilder und Projektpartner geschult, Veranstaltungen zur Sensibilisierung für eine Berufsausbildung organisiert, politische Diskussions- und Entscheidungsprozesse begleitet, Ausbildungsberatungsformate lokaler Kammern und Verbände erarbeitet und die Berufsschulen mit dem Privatsektor vernetzt.

Hier gibt es den Projektflyer zu "Formados" (PDF, 2 MB)

Kammer- und Verbandspartnerschaften

Kammer- und Verbandspartnerschaftsprojekte (KVP) wie etwa das KVP Ukraine zielen darauf ab, Aufbauhilfe zu leisten und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu intensivieren.

Schulungen, Delegationsreisen und Konferenzen, aber auch Exportförderung und Stärkung des Einflusses der lokalen Kammern: Das KVP Ukraine, das vor Ort von der DIHK Service GmbH umgesetzt wird, soll das Dienstleistungsangebot für die ukrainischen Kammermitglieder verbessern, neue Chancen für kleine und mittelständische Unternehmen beider Länder schaffen und das Kammernetzwerk des Landes stärken.

Das 2014 mit der Europäischen Union getroffene Assoziierungs- und Freihandelsabkommen verpflichtet die Ukraine, verschiedene Reformmaßnahmen durchzuführen und die Regeln und Standards des europäischen Binnenmarktes umzusetzen. Hierbei unterstützt der DIHK das Land als Projektpartner im Rahmen des KVP.

Mehr Infos finden Sie im Projektflyer zum KVP Ukraine (PDF, 243 KB)

Ein Schlüsselfaktor für jeden Geschäftsabschluss ist die Finanzierung. Bei Projekten in Schwellen- und Entwicklungsländern gilt es nicht nur, vorteilhafte Angebote, Fördermöglichkeiten und Ausschreibungsmodalitäten zu kennen, sondern es müssen auch sprachliche und kulturelle Hürden überwunden werden.

German Desks – Financial Support and Solutions 

Als Anlaufstellen für Finanzierungslösungen in ausländischen Märkten richtet die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG) in ihren lokalen Kooperationsbanken sogenannte "German Desks – Financial Support and Solutions" ein.  Sie leisten Unterstützung von der Kontoeinrichtung bis hin zur passgenauen Finanzierung.

Dabei kooperiert die DEG sehr eng mit den Deutschen Auslandshandelskammern vor Ort: Die AHKs binden das DEG-Angebot unmittelbar in ihre Beratung deutscher und einheimischer, vor allem mittelständischer Unternehmen ein und vermitteln diese bei entsprechendem Bedarf an den jeweiligen German Desk – Financial Support and Solutions.

Solche German Desks – Financial Support and Solutions gibt es aktuell in Peru, Kenia, Nigeria und Ghana sowie in Indonesien und Bangladesh. Die bisherigen Erfahrungen sind sehr vielversprechend. Weitere Standorte werden in absehbarer Zeit folgen. Detailliertere Informationen finden Sie auf der Website der DEG.

Weltbank

Der DIHK setzt sich zusammen mit seinen Partnern aus Wirtschaft und Politik für einen Ausbau der Beteiligung deutscher Unternehmen an Weltbankprojekten ein. Gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Industrie unterhält der DIHK in Washington das Delegiertenbüro der deutschen Wirtschaft (Representative of German Industry and Trade, RGIT), das die Interessen der deutschen Wirtschaft gegenüber der US-Regierung und internationalen Organisationen wie etwa Weltbank und der Inter American Development Bank vertritt.

Mehr Infos zu den Geschäftschancen mit der Weltbank gibt es hier.

Eine sichere und günstige Energieversorgung ist die Grundlage für Wirtschaftswachstum; das gilt einmal mehr für Schwellen- und Entwicklungsländer.

Dort ziehen Bevölkerungswachstum und verbesserte Lebensbedingungen einen kontinuierlich steigenden Bedarf vor allem an erneuerbaren Energien nach sich. Deutschen Unternehmen eröffnet das lukrative Geschäftsfelder.

Im Rahmen der Exportinitiative Energie des Bundeswirtschaftsministeriums unterstützt das Projektentwicklungsprogramm, kurz PEP, deutsche Unternehmen auf ihrem Weg in diese neuen Wachstumsmärkte.

In enger Zusammenarbeit mit dem AHK-Netzwerk in Südostasien und Subsahara Afrika fördert das PEP Unternehmenspartnerschaften zwischen deutschen und ortsansässigen Firmen und flankiert langfristig die verschiedenen Phasen der Marktpositionierung und der Projektentwicklung.

Details erfahren Sie unter www.german-energy-solutions.de/PEP.

Die Digitalisierung nimmt in Unternehmensprozessen, in der Lieferkette oder als Geschäftsmodell weltweit einen immer höheren Stellenwert ein. Die Allianz "Make IT" treibt die Entwicklung mit Unterstützung der AHKs voran.

Innovative Lösungen und neue digitale Technologien kommen mittlerweile vielfach aus Schwellen- und Entwicklungsländern. Das BMZ fördert deshalb im Rahmen der Make-IT-Allianz gemeinsam mit der Digitalwirtschaft sowie ausgewählten Akteuren und Interessengruppen die Gründerszene von Technologieunternehmen vor Ort und versucht, sie nach Deutschland zu vernetzen.

Ziel ist es, zu einem inklusiven und nachhaltigen Wirtschaftswachstum beizutragen. Die Delegationen der deutschen Wirtschaft in Kenia und Nigeria unterstützen die Allianz bei den ersten Pilotvorhaben zum Aufbau von Kooperationen zwischen deutschen, nigerianischen und kenianischen Tech-Start-ups. Mehr Infos finden Sie auf der Website des BMZ.

"Neue Märkte – Neue Chancen": Die deutsche Außenwirtschaftsagentur Germany Trade and Invest (GTAI) bietet mithilfe der AHKs und der GIZ Orientierung für deutsche Unternehmen.

Gemeinsam mit den AHKs und der GIZ erstellt und publiziert die GTAI Marktinformationen zu ausgewählten Schwellen- und Entwicklungsländern. Wesentliche Daten und Fakten zu den Märkten werden dabei auch bei den AHKs abgefragt.

Zu folgenden Ländern erhalten Sie auf der GTAI-Website Informationen aus der Reihe "Neue Märkte – Neue Chancen":

Land

Erscheinungsdatum

Äthiopien

November 2017

Elfenbeinküste/Côte d'Ivoire

Mai 2019

Ghana

Januar 2019

Jordanien

September 2018

Kenia

Februar 2017

Libanon

September 2018

Namibia

Januar 2017

Pakistan

April 2017 

Tansania

Oktober 2017



Kontakt

Porträtfoto Kevin Heidenreich, Referatsleiter Grundsatzfragen der Außenwirtschaft und Entwicklungspolitik
Kevin Heidenreich Referatsleiter Grundsatzfragen der Außenwirtschaft und Entwicklungspolitik