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Zollkontrollen nach dem Brexit kosten eine Milliarde Euro

DIHK: 15 Millionen neue Dokumente werden erforderlich

(04.10.2017) Vor den erheblichen Zusatzkosten, die nach dem Austritt Großbritanniens aus dem europäischen Binnenmarkt allein die Wiedereinführung von Zollkontrollen verursachen dürfte, hat jetzt der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) Volker Treier gewarnt.

Dr. Volker Treier

"Die Brexit-Verhandlungen treten auf der Stelle", kritisierte Treier im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. "Für die Unternehmen besteht für ihre zukünftigen Geschäfte mit Großbritannien große Unsicherheit." Klar scheine angesichts der britischen Position zu sein, dass nach einem Ausscheiden aus dem Binnenmarkt wieder Zollkontrollen nötig würden.

"Auch ein Freihandelsabkommen zwischen Großbritannien und der EU wird daran nichts ändern", betonte der DIHK-Außenwirtschaftschef. Auf die deutschen Betriebe kämen förmliche Anmeldungen beim Zoll zu, ebenso wie Erklärungen zum Ursprung der Waren, um von einem Freihandelsabkommen profitieren zu können.

"Auf Grundlage von DIHK-Berechnungen gehen wir davon aus, dass allein für den Handel mit Großbritannien 15 Millionen neue Zolldokumente – Zollanmeldungen und Präferenznachweise – bei deutschen Unternehmen erforderlich sein werden."

Allein die zusätzlichen Verwaltungskosten bezifferte Treier für hiesige Betriebe auf jährlich 500 Millionen Euro. Und: "Gleiches würde auch für die britische Seite gelten: Auch hier müssen die Unternehmen für jede Ausfuhr beziehungsweise Einfuhr entsprechende Zollformalitäten erfüllen."

Im deutsch-britischen Handel entstünden somit Zusatzkosten in Höhe von einer Milliarde Euro. Der Aufwand für etwaige doppelte Zertifizierungsverfahren, Marktzulassungen oder auch Zölle seien dabei noch gar nicht berücksichtigt.

Diese Zahl verdeutliche die Bedeutung des Binnenmarktes für die exportorientierte deutsche Wirtschaft, so Treier. Für sie sei der freie Warenverkehr in Europa von herausgehobener Bedeutung. "Daher verwundert es nicht, dass der Zusammenhalt der Europäischen Union und des Binnenmarktes bei den Unternehmen Priorität hat", berichtete der DIHK-Außenwirtschaftschef. Bei einer Umfrage hätten kürzlich 87 Prozent der Betriebe angegeben, dass sie hierfür sogar Einbußen im Handel mit dem Vereinigten Königreich in Kauf nehmen würden.