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Eine moderne Migrationspolitik muss auch gut umgesetzt werden

Achim Dercks: Prozesse dauern mitunter noch sehr lange
Weiße Frau im Kostüm mit Klemmbrett in der Hand schüttelt einem schwarzen Mann mit Anzug die Hand

Die neuen Einbürgerungsregeln können ein Baustein für die Fachkräftesicherung sein

© VioletaStoimenova / E+ / Getty Images

Dass mit der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts nun Einbürgerungen erleichtert werden, ist aus Sicht der Betriebe sinnvoll. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer (DIHK) hofft auf Vorteile für die Standortattraktivität Deutschlands im globalen Wettbewerb um Fachkräfte – vorausgesetzt, die Umsetzung stimmt.

Jeder zweite Betrieb findet für zumindest einige seiner offenen Stellen keine Arbeitskräfte; so bleiben rund 1,8 Millionen Arbeitsplätze hierzulande unbesetzt. Damit gehen der deutschen Volkswirtschaft rechnerisch mehr als 90 Milliarden Euro an Wertschöpfung verloren. Der Fachkräftemangel ist für die Unternehmen derzeit das zweitgrößte Geschäftsrisiko.

Entsprechend wichtig ist es für sie, dass günstige Rahmenbedingungen für den dauerhaften Verbleib von Zugewanderten geschaffen werden und mit der Aussicht auf eine schnellere Einbürgerung, auch der Familienmitglieder, die Standortattraktivität Deutschlands für qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland steigt. Insbesondere die Liberalisierung in Bezug auf die Mehrstaatigkeit sowie die verkürzte Mindestaufenthaltsdauer als Voraussetzungen für die Einbürgerung dürften dazu beitragen.

Menschen nach erfolgreicher Erst-Integration dauerhaft halten

Achim Dercks im Eingang des Atriums

Achim Dercks

© DIHK / Werner Schuering

"Erleichterungen bei der Einbürgerung sind ein wichtiges Element gerade für Menschen, die wir bei erfolgreicher Erst-Integration dauerhaft als Arbeitskräfte in unserem Land halten wollen", verdeutlichte der stellvertretende DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks gegenüber einer Vielzahl von Medien. Er betonte aber auch, dass Integration vor allem über Sprache und Beschäftigung gelinge: "Jene Menschen, die sich hier in Gesellschaft und Wirtschaft einbringen können und wollen, brauchen daher unsere Unterstützung, müssen aber auch gleichzeitig ihren Beitrag leisten."

Behördliche Prozesse verbessern

Neben den gesetzlichen Änderungen sollte aus Sicht der Wirtschaft außerdem sichergestellt werden, dass die behördlichen Verfahren schneller abgeschlossen werden. Um der zu erwartenden Zunahme an Einbürgerungen gerecht zu werden, müssen die entsprechenden Prozesse vereinfacht und digitalisiert werden.

"Eine moderne Migrationspolitik kann nur greifen, wenn die Behörden auch in der praktischen Umsetzung gut sind", so Dercks. "Das gilt von der Erteilung von Aufenthaltstiteln bis hin zur Annahme der deutschen Staatsbürgerschaft." Diese Prozesse dauerten mitunter noch sehr lange, kritisierte er. "Wir brauchen daher einfachere Verfahren, eine bessere Vernetzung der Behörden und eine funktionierende digitale Infrastruktur."

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Anne Courbois, Referatsleiterin Integration, Vielfalt, Familie in der Arbeitswelt
Anne Courbois Referatsleiterin Integration, Vielfalt, Familie in der Arbeitswelt

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Dominik Ohlig Pressesprecher