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Eines für alles: Elster-Unternehmenskonto

Steuerformulare auf einem Tisch und auch im PC, Hände bedienen einen Taschenrechner und füllen Formulare aus

Die Elster-Technologie ist den meisten von der Steuererklärung her bekannt

© simpson33 / iStock / Getty Images Plus

Über eine einzige Schnittstelle mit der Verwaltung kommunizieren, Anträge stellen und Bescheide erhalten: Das Elster-Unternehmenskonto soll das für die Betriebe in Deutschland nun ermöglichen. Das kann ihnen nicht zuletzt dabei helfen, die Herausforderungen der Corona-Krise besser zu bewältigen – etwa durch die Online-Beantragung von staatlichen Unterstützungsleistungen wie Kurzarbeitergeld. Aus Sicht des DIHK müssen jedoch noch einige Voraussetzungen erfüllt werden, bevor es soweit ist.

Die 2017 im Onlinezugangsgesetz (OZG) formulierte Zielsetzung, alle Angebote der Verwaltungen für Bürger und Unternehmen in einem digitalen Zugang zu bündeln und über ein Servicekonto eine sichere und einmalige Identifizierung für Behördenkontakte aller Art zu ermöglichen, rückt einen Schritt näher: Mitte Februar 2020 hat der IT-Planungsrat von Bund und Ländern beschlossen, das "Einheitliche Unternehmenskonto" auf Basis von Elster umzusetzen (siehe auch www.it-planungsrat.de)

An die in Bayern entwickelte und schon seit Langem in der Steuer bewährte Elster-Technologie ist sind bereits alle Unternehmen in Deutschland angebunden. Auf dieser Grundlage ließe sich bundesweit zügig ein zentrales Onlineportal aufsetzen, über das Unternehmen mit einem einheitlichen Zugang etwa Kfz anmelden oder Gesundheitszeugnisse beantragen könnten. 

Der DIHK setzt sich schon lange für ein wirtschaftsfreundliches E-Government ein. An dem vom IT-Planungsrat vorgesehenen Ansatz sieht er jedoch noch Nachbesserungs- und Konkretisierungsbedarf. 

In einer Stellungnahme zum Basiskonzept mahnte er deshalb Anfang April, den Elster-basierten Ansatz im Sinne einer unternehmensfreundlichen und einheitlichen Lösung weiterzuentwickeln. Es handele sich um eine "für den Erfolg des OZG entscheidende Frage".

Aus Sicht der Wirtschaft sei es wichtig, dass konsequent ein einziges Servicekonto für die Unternehmen aufgebaut werde und dass eine domänenübergreifende Skalierbarkeit gewährleistet sei. Dafür müssten insbesondere die Funktionalitäten anforderungsgerecht und gemeinsam weiterentwickelt werden, so der DIHK; zudem gelte es, das Programm-Management, die Einführung und den Betrieb ernst zu nehmen.

Die aus Sicht der Wirtschaft zentralen Anforderungen im Überblick:

  • Das Unternehmenskonto muss funktional bundesweit identisch sein.
  • Auch eine bundesweit einheitliche Rechte- und Rollenverwaltung ist erforderlich.
  • Es wird eine bidirektionale M2M- (Machine-to-Machine-) Schnittstelle für alle fachlichen Bereiche benötigt – nicht nur für den Input (Antragstellung), sondern auch für den Output (Bescheide).
  • Das Unternehmenskonto muss auch für nicht-hoheitliche Leistungen der Verwaltungen und Selbstverwaltungen genutzt werden können, mittelfristig auch für die Authentifizierung in der freien Wirtschaft.
  • Die Weiterentwicklung des Elster-Unternehmensportals für die Nutzung über unterschiedlichste Fachanwendungen hinweg erfordert ein umfassendes Programm-Management, in das alle Beteiligten – auch die Nutzer – einbezogen werden sollten.
  • Die Stelle, die das Unternehmenskonto betreibt, muss nicht nur personell, sondern auch methodisch und kulturell darauf vorbereitet werden, vom Steuerverfahrensdienstleister zum Identityprovider für alle Unternehmensleistungen zu werden.
  • Die Umstellungsphase sollte nutzerfreundlich gestaltet werden, und die Unternehmen sollten bei der Nutzung unterstützt werden.

Das detaillierte Papier gibt es hier zum Download:

DIHK-Stellungnahme Elster-Unternehmenskonto (PDF, 221 KB)

Kontakt

Porträtfoto Katrin Sobania
Dr. Katrin Sobania Referatsleiterin Informations- und Kommunikationstechnologie | E-Government | Postdienste | IT-Sicherheit