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"Azubis haben mehr Chancen denn je, ihre Wahl zu treffen"

Dercks: Abbrecherquote liegt nur bei 10 bis 12 Prozent

(04.04.2018) Die am heutigen Mittwoch verbreitete Nachricht, jeder vierte Auszubildende in Deutschland beende seine Ausbildung vorzeitig, zeichnet ein schiefes Bild der Lage am Ausbildungsmarkt. Das stellte jetzt der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) klar.

Dr. Achim Dercks, Februar 2017

Medien hatten unter Berufung auf den Entwurf für den Berufsbildungsbericht 2018 einen Anstieg der Abbrecherquote in der Berufsausbildung gemeldet.

Achim Dercks, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des DIHK, korrigierte die Darstellungen gegenüber der Nachrichtenagentur epd: "Sehr viele Azubis schließen vielmehr einen neuen Ausbildungsvertrag in einem anderen Beruf oder einem anderen Unternehmen ab", erläuterte er. "Sie wechseln also und brechen nicht ab. Nach den Erfahrungen der Industrie- und Handelskammern liegt die tatsächliche Quote derer, die ohne Ausbildung bleiben, bei lediglich 10 bis 12 Prozent."

Auch sei es "sicher nicht seriös", die Lösung von Verträgen einseitig auf eine geringe Ausbildungsvergütung zurückzuführen, so Dercks weiter. Denn die Gründe seien vielfältig. Entscheidender Faktor: "Jugendliche haben heute angesichts guter Konjunktur und Bewerbermangel mehr Auswahl denn je auf dem Ausbildungsmarkt. Das erhöht natürlich auch den Wettbewerb zwischen den Betrieben um die Azubis, sodass attraktivere Bedingungen wichtiger werden."

Manchmal stimme auch einfach die Chemie zwischen Azubi und Ausbilder nicht. "Junge Leute können es sich viel mehr als noch vor ein paar Jahren leisten, von einer Ausbildung in eine andere zu wechseln", gab der stellvertretende DIHK-Hauptgschäftsführer zu bedenken. "Sie betrachten häufig die Probezeit tatsächlich als Zeit des Ausprobierens – dieser frühe Check der Berufswahl ist ja gerade ein Vorteil der beruflichen Ausbildung gegenüber dem Studium."

Sicher seien die Zahlen aus dem Bildungsbericht aber auch "ein Hinweis darauf, dass Schulen ihre Berufsorientierung gemeinsam mit Partnerunternehmen noch zielgenauer gestalten können". Denn: "Wer bereits verschiedene Ausbildungsberufe kennt, kann eher in der ersten Runde schon die passende Ausbildung wählen."

Die Forderung nach einer staatlich fixierten Ausbildungsvergütung lasse sich aus den veröffentlichten Zahlen nicht ableiten, betonte Dercks. Sie zeigten vielmehr, "dass Jugendliche heute mehr Chancen denn je haben, ihre persönliche Wahl zu treffen". Zudem gehe es bei der Wahl des Ausbildungsplatzes bei "Weitem nicht nur um die Vergütung"; auch zahlreiche andere Faktoren spielten eine Rolle.