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Umfrage zur Unternehmensnachfolge

Das Thema Nachfolge wird für Senior-Chefs hierzulande zunehmend zur Herausforderung – gleichzeitig steigt aber auch das Übernahmeinteresse: Der Report zur Unternehmensnachfolge, den der DIHK im November 2016 vorgelegt hat, zeichnet ein verhalten optimistisches Bild der Lage.

Cover DIHK-Report Unternehmensnachfolge 2014

"Bei der Unternehmensnachfolge im Mittelstand sehen wir erste Lichtblicke", kommentierte DIHK-Präsident Eric Schweitzer die Ergebnisse der Untersuchung.

Die IHKs hätten 2015 rund 20 Prozent häufiger Beratungsgespräche zur Übernahme eines Unternehmens geführt als 2014, berichtete er. "Das ist der erste Anstieg seit sieben Jahren. Besonders erfreulich: Es gibt immer mehr weibliche Interessenten."

Die Frage ihrer offenen Unternehmensnachfolge bleibt für viele Mittelständler aber ein wunder Punkt. Schweitzer: "Demografiebedingt ist die Zahl der Alt-Inhaber auf Nachfolgersuche erneut gestiegen, die IHKs registrieren insgesamt ein Plus von knapp 9 Prozent. In den neuen Bundesländern sind es sogar über 20 Prozent." Insgesamt fänden "vier von zehn Unternehmen nicht den passenden Interessenten".

Denn, auch das zeigt der DIHK-Report, der auf mehr als 21.000 Kontakten von IHK-Experten mit Senior-Unternehmern und potenziellen Übernehmern beruht: Viele Verhandlungen zur Unternehmensnachfolge gestalten sich schwierig.

Insbesondere beim Kaufpreis klaffen die Vorstellungen oftmals weit auseinander. Gerade für Alt-Eigentümer ist die ohnehin schon komplizierte Materie auch noch emotional aufgeladen.

"Zudem geht die zunehmend selbstbewusste 'Generation Y' oft eigene Wege", erläuterte Schweitzer, "ein 'Familienautomatismus' zur Übernahme des Unternehmens durch Tochter oder Sohn ist immer seltener anzutreffen."

Mit der Einigung bei der Erbschaftsteuer hätten Familienunternehmen jetzt zwar endlich Rechtsicherheit. "Allerdings wird die Übergabe an die nächste Generation für viele Unternehmen teurer. Das erschwert Kindern zusätzlich die Übernahme des elterlichen Betriebes. Ich befürchte deshalb, dass künftig noch mehr Unternehmer außerhalb der Familie einen Nachfolger finden müssen."

Die steuerliche Entlastung des Mittelstandes, gerade auch für frischgebackene Nachfolger, bleibt deshalb nach Worten des DIHK-Präsidenten "auf der Tagesordnung". Dringend geboten ist nach Einschätzung des DIHK unter anderem die Anhebung der seit über 50 Jahren gültigen Abschreibungsgrenze für geringwertige Wirtschaftsgüter von 410 Euro auf 1.000 Euro. "Dies sollte der Bundestagsausschuss für Wirtschaft und Energie bei seinen aktuellen Beratungen zum Zweiten Bürokratieentlastungsgesetz berücksichtigen", mahnte Schweitzer.

Den kompletten Nachfolgereport 2016 mit weiteren Details finden Sie rechts oben zum Download. Dort stehen auch eine englische Kurzfassung, ein Flyer zur aktuellen Umfrage sowie die Vorjahresausgabe zum Abruf bereit.