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Außenwirtschaftsreport

Die globale Handels- und Sanktionspolitik belastet deutsche Betriebe zunehmend, entsprechend steigt auch ihr Beratungsbedarf. Das zeigt der im September 2018 veröffentlichte "DIHK-Außenwirtschaftsreport".

Cover Außenwirtschaftsreport 2018

Deutsche Unternehmen behaupten sich auf den Weltmärkten sehr erfolgreich. Dies ist kein Selbstläufer. Unternehmen müssen nicht nur jeden Auftrag im harten Wettbewerb erkämpfen. Sie müssen sich anschließend bei der Aus- und Einfuhr auch mit Zollbürokratie und zahlreichen aufwendigen Vorschriften in der EU und den Drittländern befassen.

Durch die jüngsten globalen Entwicklungen in der Handels- und Sanktionspolitik erreicht die Belastung durch neue Handelshemmnisse eine neue Dimension. Zu den ohnehin bürokratieintensiven Zollbestimmungen und nichttarifären Handelshemmnissen kommen derzeit "extraterritorial wirkende Sanktionen" und "Strafzölle" hinzu.

Viele Regeln, auf die sich Unternehmen in der Vergangenheit verlassen konnten, scheinen in Frage gestellt. Die Zahl der Beratungen, mit denen die IHKs die Unternehmen im Bereich Zoll- und Außenwirtschaft beim Umgang mit alten und neuen Hürden unterstützen, hat im vergangenen Jahr mit einer Anzahl von mehr als 413.000 einen neuen Rekordwert erreicht. Nimmt man die Zahl der länderbezogenen Anfragen von ca. 124.000 hinzu, belief sich die Gesamtzahl der Unternehmenskontakte der IHK-Organisation 2017 auf mehr als 538.000.

In der ersten Hälfte des vergangenen Jahres verzeichneten die IHKs  Beratungbedarf vor allem rund um die Strafzölle der USA auf Stahl- und Aluminiumeinfuhren sowie die anschließend von der EU implementierten Gegenzölle. Hinzu kam der Handelskonflikt der Vereinigten Staaten mit China.

Die IHKs unterstützen ihre Mitgliedsunternehmen in dieser unübersichtlichen Gemengelage dabei, herauszufinden, ob Waren von den Maßnahmen der USA, der EU oder Chinas betroffen sind beziehungsweise welche Möglichkeiten bestehen, möglicherweise Ausnahmen von Strafzöllen zu beantragen.

Einen ebenso hohen Informationsbedarf registrierten die IHKs im Zusammenhang mit dem Iran-Geschäft. Bundesweit gaben 40 Kammern den Iran als eines der drei wichtigsten Beratungsthemen an. Die Unternehmensanfragen betrafen die extraterritorialen US-Sanktionen, das EU-Abwehrgesetz (sogenannte Blocking-Verordnung) und die verbliebenen Finanzierungsmöglichkeiten.

In Sachen Brexit kommen auf die Unternehmen ebenfalls immense Herausforderungen zu. Immer noch ist unklar, wie genau die zukünftigen Beziehungen aussehen werden. Fest steht: Der Brexit wird in vielen Bereichen gravierende Auswirkungen haben.

Unter anderem werden wieder Zollanmeldungen und Zollabfertigungen erforderlich. Allein bei den zusätzlichen Zollanmeldungen rechnet der DIHK mit jährlichen Mehrkosten von mindestens 200 Mllionen Euro. Seit dem Brexit-Referendum vor über zwei Jahren haben die IHKs mehr als 120 Veranstaltungen mit knapp 8.000 Teilnehmern zum Brexit durchgeführt.

Dass die Handelshemmnisse weltweit zunehmen, zeigen auch die Beispiele Türkei und Algerien, wo zusätzliche Bescheinigungen und Dokumente den Warenverkehr unnötig erschweren. Der Beratungsbedarf zu beiden Ländern war im ersten Halbjahr 2018 entsprechend hoch.

Mit Blick auf Europa spielen Fragen rund um die vorübergehende Entsendung von Mitarbeitern zur Dienstleistungserbringung in Nachbarländer eine immer wichtigere Rolle. Unternehmen, die ihre Mitarbeiter zum Beispiel für Arbeitseinsätze in die Schweiz, Frankreich oder Polen entsenden, müssen zum Teil umfangreiche Meldevorschriften beachten und suchen Rat bei ihrer IHK. Betroffen sind grenzüberschreitende Einsätze sowohl bei Dienstleistungen als auch bei Warenlieferungen, Messeteilnahmen, Geschäftsreisen und Kundenbesuchen.

Sie finden den DIHK-Außenwirtschaftsreport 2018 mit vielen weiteren Informationen rechts oben zum Download.