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21.09.2018

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Bilateraler Handel hat nach DIHK-Erkenntnissen zugelegt

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"Das kann nur auf politischer Ebene gelöst werden"

Wansleben im WDR-"Morgenecho" zu den Iran-Sanktionen

(08.08.2018) Die Vorstellung, dass sich einzelne deutsche Unternehmen gegen die US-Sanktionen gegen den Iran stemmen könnten, hat Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), jetzt in einem Radiointerview verworfen.

Illu WDR-Morgenecho-Interview Wansleben zum Iran

Im WDR-"Morgenecho" erklärte Wansleben die Lage. Viele deutsche Betriebe hätten versucht, im Iran Fuß zu fassen, und müssten nun überlegen, ob sie das USA- oder das Iran-Geschäft verfolgen wollten.

Die Zahlen seien da "relativ eindeutig", sagte der DIHK-Hauptgeschäftsführer mit Blick auf das jeweilige Handelsvolumen beider Länder mit Deutschland.

Die meisten Unternehmen hätten "eine ganz klare Dominanz in den USA", berichtete er. Es gebe allerdings auch viele – gerade Mittelständler – ohne US-Geschäft. Deren Schwierigkeiten lägen jedoch zum einen in der Situation im Inland, zum anderen in der Finanzierung: "Mich hat gestern ein Unternehmer angerufen, der hat seine Aufträge wunderbar abgewickelt, das Geld liegt in Teheran auf dem Konto, aber er findet keine Bank, die ihm das Geld von Teheran hier nach Berlin schafft."

Das sei im Moment die Schwierigkeit, erläuterte der DIHK-Hauptgeschäftsführer: Auch die Banken hätten Angst, von etwaigen Dollar- beziehungsweise US-amerikanischen Geschäften ausgeschlossen zu werden, wenn sie mit dem Iran Geschäfte machten.

Am meisten Sorgen bereite dem DIHK, "dass die amerikanische Regierung die Wirtschaft für politische Zwecke in den Schwitzkasten nimmt". Das sei ein ernstes Problem: "Es findet eine Verwebung von Wirtschaft und Politik statt, wie wir das bislang in diesem Ausmaß noch nicht erlebt haben."

Wansleben warnte jedoch vor emotionalen Reaktionen: "Wenn Sie Verantwortung haben für ein Unternehmen", gab er zu bedenken, "und Sie haben 50 Millionen US-Geschäft und 1 Million Iran-Geschäft – da geht es auch um Arbeitsplätze in Deutschland –, da können Sie nicht nur aufgrund von Emotionen sagen 'ich lasse mich nicht erpressen', sondern gelegentlich muss man auch mal die Emotionen beiseite packen und nüchtern nachrechnen."

Es handele sich um ein politisches Problem, das das einzelne Unternehmen für sich nicht lösen könne. "Und deswegen ist es auch richtig – bei aller anmutenden Hilflosigkeit –, dass die EU sich auf die Hinterbeine stellt, gottseidank auch einmütig. Und es ist richtig, dass andere Staaten sagen, wir machen nicht mit – beziehungsweise, wir bleiben bei dem Atomabkommen und dabei, dass die Sanktionen nicht wieder hochgefahren werden."

Wansleben mahnte in der Debatte zur Vorsicht. Auch große Konzerne und Banken könnten nicht von jetzt auf gleich auf das US-Geschäft verzichten. "Dann haben Sie hier eine Riesen-Diskussion in Deutschland über Jobverluste." Vielmehr sei jetzt wichtig, "dass Europa alle anderen Länder zusammentrommelt, um auf Ebene der Welthandelsorganisation WTO wieder zu vernünftigen Verhandlungen zu kommen".

Sie finden das komplette Interview zum Nachhören auf der Website des WDR.